Epitaph für Catharina Güttich
Das Epitaph für Catharina Güttich befindet sich seitlich des Hochaltars in der nordöstlichen Ecke des Chorraums der Kirche. Es wurde federführend von dem Arnstädter Künstler, „Kalkposierer und Gräflich Schwarzburgischen Baumeister“ Burchard Röhl geschaffen.
Auf dem Schriftfeld der Kartusche des unteren Auszuges befindet sich eine Inschrift „FWF 1629“, – Friedrich Wilhelm Franke aus Kahla, wohl ein mitwirkender Fassmaler, welcher hier signiert und datiert hat.
Im Jahr 2009 wurden die restauratorische Bestandserfassung mit technologischer Untersuchung der Trägermaterialien und der Fassungen und die Zustandserfassung mit Schadursachenanalyse durchgeführt, die Maßnahmekonzeption erarbeitet und Sofortmaßnahmen zur Bestandssicherung durchgeführt. Die gefährdeten Objektteile, d. h. Plastiken und Zierteile wurden im Jahr 2001 im Zuge von Baumaßnamen abgenommen und in Kunstgutkammern in der Kirche eingelagert.
Im Schaudepot ausgestellte und zu restaurierende Plastiken und Zierteile
- Nr. 1 Kartusche des unteren Auszugs
- Nr. 7 Stifterkinder
- Nr. 8 linke Wange, Schweifwerk mit Engelsköpfen
- Nr. 9 rechte Wange, Schweifwerk mit Engelsköpfen
- Nr. 12 männliche Stifterfigur
- Nr. 13 weibliche Stifterfigur
- Nr. 14 Zwei Jünger
- Nr. 15 Ein Jünger
- Nr. 18 Eckwange links
- Nr. 19 Eckwange rechts
- Nr. 20 Figur Tugend Glaube
- Nr. 21 Figur Tugend Hoffnung
- Nr. 32 Figur Tugend Liebe

Zielstellung
Die denkmalpflegerische Zielstellung besteht in der Bewahrung des Gesamtbestands und in der Wiederherstellung des sinnlich wahrnehmbaren Raumeindrucks und der räumlichen Bezüge innerhalb der Kirche. Dies beinhaltet die Sanierung der Trägermaterialien und die Konservierung der Oberflächen aller historischen Substanz, die Remontage aller demontierten Teile, aber auch die angemessenen ästhetischen Verbesserungen der geschädigten Oberflächen einschließlich der Raumhülle.
Eine aufwändige restauratorische Bearbeitung wird an den durch den in Arnstädter Künstler Burchard Röhl im 2. Viertel des 17. Jh. geschaffenen Ausstattungsteilen angestrebt.
Es handelt sich dabei um die wichtigsten raumgestaltenden und liturgischen Elemente: die Taufe, die Kanzel, den Hauptaltar, sowie ein Kruzifix und das Epitaph für Catharina Güttich.
Bei den Arbeiten Röhls handelt es sich um außergewöhnliche Schöpfungen des manierierten Spätstils der Renaissance in Deutschland, welche eine hohe künstlerische Qualität und ein reiches Bildprogramm aufweisen.
Das Ziel der Restaurierung besteht hierbei in der weitgehenden Wiederherstellung des authentischen Erscheinungsbildes, auch bezüglich der qualitativ hochwertigen ursprünglichen Fassung aus Polierweiß und Glanzvergoldung.
Dies beinhaltet über die Konservierung des Bestands hinaus die weitgehende Ergänzung der Stuckfehlteile und die Abnahme der Überarbeitungen der Fassung.
Diese Konservierung und Wiederherstellung der ursprünglichen Fassung wurde bereits an den vier großen Evangelistenfiguren im Hochalter und an den zahlreichen Plastiken auf dem Aufsatz der Taufe umgesetzt.
Auch die im Schaudepot ausgestellten Bildwerkteile von Burchard Röhl sollen nach dieser Konzeption konserviert und restauriert werden.

